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An: Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien Gernot Blümel

BKA Filmförderung - Besetzung des Beirats - April 2019

Wir, die IG Filmkultur und sämtliche Unterzeichner*innen dieses offenen Briefes, fordern vom Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien Gernot Blümel den Beirat der Filmförderung im Bundeskanzleramt mit qualifizierten Expert*innen für innovativen Film zu besetzen und dabei die Geschlechterparität zu beachten.

Warum ist das wichtig?

Sehr geehrter Herr Minister Blümel,

wir ersuchen Sie dringend, die Neubestellung der Beiratsmitglieder der Abteilung II/3 – Film des BKA zu überdenken und damit die Erfolgsgeschichte dieser Filmförderung fortzusetzen.

Die Filmförderung des Bundeskanzleramtes für den innovativen Film in Österreich ist seit vielen Jahrzehnten ein veritables Erfolgsmodell. Mit bescheidenen finanziellen Mitteln werden kontinuierlich künstlerische Welterfolge sowohl im Experimental-, Dokumentar-, Kurz- und Spielfilm erreicht. Diese Filme werden bei den wichtigsten Filmfestivals und in den renommiertesten Cinematheken und Ausstellungshäusern dieser Welt aufgrund ihrer Diversität und künstlerischen Relevanz gefeiert und ausgezeichnet und tragen damit wesentlich zum internationalen Ansehen Österreichs als Kultur- und Filmland bei.

Viele der wichtigsten Namen der österreichischen Filmszene und deren größte Erfolge sind untrennbar mit der Filmförderung des Bundeskanzleramtes verbunden. Sowohl für bereits etablierte, international renommierte österreichische Filmschaffende, als auch für den Filmnachwuchs Österreichs ist diese Förderstelle seit Jahrzehnten ein zuverlässiger Partner. Basis dafür sind der Respekt für und das Vertrauen in die gute Arbeit der Filmförderung des Bundeskanzleramtes, die nicht zuletzt die unterschiedlichen Regierungen der letzten Jahrzehnte diesem Fördermodell aus gutem Grund entgegengebracht haben.

Unsere Erfolge haben sich nicht automatisch eingestellt; sie sind das Ergebnis langjähriger und weitsichtiger Zusammenarbeit von hochqualifizierten Beamt*innen und Beiratsmitgliedern. So setzt sich der Beirat im Normalfall aus Personen zusammen, die mit den Erfordernissen sowie dem internationalen Gewicht des innovativen österreichischen Filmschaffens aus persönlicher Erfahrung und Expertise vertraut sind. Darüber hinaus stellt eine sorgfältige Zusammenstellung des Beirats sicher, dass eine große Bandbreite an Fachwissen abgedeckt und ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis gegeben sind.

Durch die jüngst erfolgte Neubestellung der Beiratsmitglieder der Abteilung II/3 - Film des BKA sehen wir die Ausgewogenheit und die Qualität der Entscheidungen derzeit nicht gewährleistet.

Mit Oliver Auspitz und Alexander Glehr sind zwei Produzenten in den Beirat berufen worden, die auf die Produktion von TV-Filmen beziehungsweise großen Kinofilmen spezialisiert sind, aber keine fachliche Beziehung zum innovativen Film haben. Hannes Fretzer ist Schauspieler in TV-Produktionen und hat als Regisseur nicht die für diese Beiratstätigkeit notwendige Erfahrung vorzuweisen.

Mit den Besetzungsentscheidungen für den Festivalbeirat verhält es sich nicht anders: in den Biografien von Serge Falck und Peter Hofbauer fehlt jegliche Expertise im Bereich Filmfestivals.

Den oben genannten Personen fehlt die spezifische Qualifikation für die Beiratstätigkeit im BKA und unter den insgesamt sieben von Ihnen neu bestellten Personen findet sich nur eine (!) Frau.

Wir möchten Sie nachdrücklich auffordern, Ihrer Verantwortung als Minister für Kunst und Kultur nachzukommen und die Neubesetzung bis zum nächsten Einreichtermin am 31. Mai zu überdenken. Gerne erläutern wir Ihnen unseren Standpunkt in einem persönlichen Gespräch.

Sehr geehrter Minister Blümel, besetzen Sie den Beirat der Filmförderung im Bundeskanzleramt geschlechterparitätisch und mit qualifizierten Expert*innen für innovativen Film!

Hochachtungsvoll,
IG Filmkultur
www.filmkultur.at

Dieses Schreiben wird unterstützt von:

• AAC Austrian Association of Cinematographers
• ADA - Austrian Director’s Association
• Akademie der bildenen Künste Wien
• Akademie der Künste, Berlin
• AMOUR FOU Filmproduktion
• ASIFA Austria - Association Internationale du Film d'Animation
• berg hammer film
• Cinema Next – Junges Kino aus Österreich
• Claudia Walkensteiner-Preschl, Institutsleiterin Filmakademie Wien,
Hochschule für Musik und darstellende Kunst, Abteilung Film und Fernsehen
• Dachverband der Österreichischen Filmschaffenden
• dok.at - Interessensgemeinschaft Österreichischer Dokumentarfilm
• Drehbuchforum Wien
• Drehbuchverband Austria
• FC Gloria - Frauen Vernetzung Film
• Filmgarten Filmverleih
• filmkoop wien - Verein zur Förderung unabhängigen Films
• FlairFilm
• Forum Österreichischer Filmfestivals
• Framelab Filmproduktion
• Freibeuter Film
• Glitter&Doom Filmproduktion
• Golden Girls Filmproduktion
• Golden Pixel Cooperative
• Harun Farocki Institut
• Horse&Fruits Filmproduktion
• IG Bildende Kunst
• Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
• KGP Filmproduktion
• Kunstuniversität Linz
• La Banda Film
• Maria Lassnig Stiftung
• Mischief Films
• Navigator Film
• NGF Geyrhalterfilm
• Nicole Brenez, Université Sorbonne Nouvelle, Paris
• offscreen - offenes filmforum salzburg
• ÖH der Akademie der Bildenden Künste Wien
• Österreichisches Filmmuseum
• Österreichischer Verband Filmschnitt
• Panama Film
• Polyfilm
• Prisma Film- und Fernsehproduktion
• RAUMZEITFILM Produktion
• Revolver, Zeitschrift für Film
• Ruth Beckermann Filmproduktion
• Schule Friedl Kubelka für unabhängigen Film
• Sixpackfilm
• Stadtkino Filmverleih und Kinobetriebsgesellschaft
• Tricky Women Filmfestival
• Ulrich Seidl Filmproduktion
• Verband Filmregie Österreich
• VÖF – Verband Österreichischer FilmausstatterInnen
• VOESD – Verband Österreichischer Sounddesigner/innen
• Witcraft Filmproduktion


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • It is indispensable to all film and culture programmers in Europe and elsewhere to be reassured about the continuation of the great Austrian innovative, experimental and Autor film tradition. This can be obtained only through an adequate choice of experts.
  • Weil man alte Fehler in Sachen politischer Besetzung nicht wiederholen sollte und es im konkreten Fall ganz besonders folgenschwer wäre.
  • Im Bereich des innovativen Films findet seit Jahrzehnten eine kulturelle Wertschöpfung statt, die mit vergleichsweise wenigen Mitteln unglaubliches für die Kulturnation Österreich leistet! International ist das wohlbekannt, nur hierzulande Bedarf es offenbar immer wieder Aufklärung über diese Erfolgsgeschichte!

Neuigkeiten

2019-05-01 09:01:22 +0200

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2019-04-30 19:33:11 +0200

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