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An: Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer

Gegen menschenunwürdige Behandlung/Betreuung im Gesundheits- und Sozialbereich!

Gegen menschenunwürdige Behandlung/Betreuung im Gesundheits- und Sozialbereich!

Lieber Herr Dr. Wilfried Haslauer!

Ich fordere:
Gerechte Bezahlung für Arbeitnehmer im sozialen Bereich!
Menschenwürdiger Umgang in der Betreuung!
Ausreichend Zeit in der Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf!
Höheren Personalstand um qualitative Betreuung zu gewährleisten!
Mehr Supervisionsstunden!
Keine Massenabfertigung in Krankenhäusern!
Außerdem fordere ich Sie auf, als wichtiger Vertreter ihrer Bürger, die Realität des sozialen Bereiches ungeschönt dazustellen, den Wettbewerbskampf unter den Organisationen einzustellen, sowie wirtschaftliche Optimierung auf den Rücken der Angstellten zu stoppen!

Warum ist das wichtig?

Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren für Menschen mit geistigen/psychischen/körperlichen Beeinträchtigungen. Was mir in dieser Zeit wiederfahren ist, ist menschenunwürdig und kann so ethisch nicht mehr akzeptiert werden!
Um mit diesen Menschen den Alltag zu meistern erfordert es viel Anstrengung und eine besondere psychische Stabilität seitens der Betreuungsperson. Zur Zeit gibt es in mehreren Einrichtungen jeweils eine Betreuungsperson, die für bis zu 10 Menschen mit hohen Unterstützungsbedarf, sowie pflegerisch als auch psychisch verantwortlich ist. Es werden jährlich pflegerische sowie pädagogische Ziele erhoben; Freiheitsbeschränkungen angegeben.
ALLE, die Organisation selbst, die zuständigen Behörden (Abteilung 3) sowie die zuständigen Organe des Heimaufenthaltsgesetzes wissen, dass
1.) wir höchstens 1x Supervision für 2 Stunden im Monat haben.
2.) dass sich die Einlernzeit neuer Mitarbeiter auf 3! Tage beschränkt. In diesen 3 Tagen soll man alle Besonderheiten der Bewohner, pädagogische Maßnahmen, aufgestellte Regeln, mögliche Grenzsituationen, nötige betriebsinternen Richtlinien uvm. kennen und umsetzen können.
3.)wir keine zusätzlichen Mitarbeiter bekommen für Personen, die unsere Unterstützung teilweise 24h am Tag benötigen. Dadurch werden tagsüber Freiheitsbeschränkungen gesetzt, entweder mechanisch oder medikamentös. Notwendige Strukturen können nicht eingehalten werden, weshalb es zur Gabe von Benzodiazepinen und höchst dosierten Psychopharmaka kommt.
4.) der Betreuerwechsel in diesem Bereich unglaublich hoch ist. Der zu betreuenden Personen fehlt die dringend benötigte Stabilität. Das Vertrauen geht verloren. Bereits zum Teil traumatisierte Personen finden keine psychische Stabilität und werden immer Verhaltensauffälliger.
5.) dass das Burn-Out-Risiko sehr hoch ist. Die zustandekommenden Kosten für Psycho- und Physiotherapie um den vorherrschenden Druck standzuhalten zahle ich dabei zum großen Teil selbst!
6.)der Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Einrichtungen ist gegeben. Jeder muss billiger als der Andere sein. Zusammenarbeit: Fehlanzeige! Wer leidet? Wir Menschen!
7.) für psychische Erkrankungen gibt es so gut wie keine fachlich korrekte Betreuung. Für daraus resultierende Verhaltensauffälligkeiten gibt es keine fachliche Betreuung und keine Psychotherapie. Medikamente sind dabei das höchst fragliche Mittel der Wahl!
8.) das Inklusion zur Zeit so nicht möglich ist.
Wenn ein Mensch nicht einkaufen gehen kann, weil zu wenig Personal im Haus ist, spricht man nicht von Inklusion.
Wenn ein Mensch nicht durch psychisch instabilen Phasen begleitet werden kann, spricht man nicht von Inklusion.
Wenn ein Mensch nicht so gewaschen werden kann wie er möchte, weil nicht genug Zeit vorhanden ist, spricht man nicht von Inklusion.
Wenn Freiheitsbeschränkungen nicht gesehen werden, auch nicht von zuständigen Behörden!, spricht man nicht von Inklusion.

Liebe Organisationen, Politiker und vor allem liebe Gesellschaft!
Wie stellen Sie sich eine menschenwürdige Gesellschaft vor?
Hätten Sie nach diesen Zeilen Lust auf die Hilfe Anderer angewiesen zu sein?
Denken Sie daran, es kann jeden von uns treffen.
Stehen wir auf, für eine Betreuung, wie wir sie für uns selbst ebenso wünschen würden.
Kämpfen wir für einen sozialen Bereich der sich selbst wichtig ist!

Salzburg

Maps © Stamen; Data © OSM and contributors, ODbL

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2019-03-14 18:50:42 +0100

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