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An: Bundesminister für Bildung

Latein ist kein Luxus - es ist Bildung

Sehr geehrter Herr Bundesminister Wiederkehr, 

die sich verdichtenden Anzeichen einer weiteren Marginalisierung der so genannten „toten" Sprachen Latein und Altgriechisch in den Lehrplänen beunruhigen uns ebenso wie der seit Jahren vollzogene Rückbau des Literaturunterrichts zugunsten vorgeblich kompetenzorientierter Textsorten.

Wir sind auf Grund unserer Ausbildung und unseres Wissens davon überzeugt, dass die humanistische Bildung, die den Blick über Jahrtausende der Geistesgeschichte ermöglicht, einen unverzichtbaren Beitrag zur Heranbildung mündiger, selbst denkender Staatsbürger:innen leistet. Das gilt in mindestens ebensolchem Ausmaß für die Literatur, die seit der Jahrtausendwende ihre Bedeutung in den Lehrplänen verloren hat.

Unsere Bitte, die auch als Forderung verstanden werden kann, lautet also: Der Unterricht in den klassischen Sprachen Latein und Altgriechisch soll uneingeschränkt weitergeführt werden. Die beabsichtigten acht (statt bisher zwölf) Lateinstunden sind zur seriösen Aneignung des Gegenstands definitiv nicht ausreichend. Und dass das Kulturland Österreich die Literatur systematisch aus dem Bewusstsein rückt, erscheint widersinnig. Deshalb soll ihr der ihr gebührende Platz in den Lehrplänen wieder eingeräumt werden.

Mit der Bitte um Berücksichtigung im Rahmen der sich anbahnenden Reformen –

Elfriede Jelinek, Nobelpreis für Literatur
Peter Handke, Nobelpreis für Literatur
Anton Zeilinger, Nobelpreis für Physik

Anna Baar, Schriftstellerin 
Karin Bergmann, Intendantin
Reinhold Bilgeri, Schriftsteller und Chansonnier
Maria Bill, Schauspielerin, Sängerin
Andrea Breth, Regisseurin
Stefan Büttner, Klassischer Philologe, Universität Wien
Franz Josef Czernin, Autor
Ekaterina Degot, Intendantin Steirischer Herbst
Sabine Derflinger, Regisseurin
Marko Dinic, Schriftsteller
Dimitré Dinev, Autor
Heinz Fischer, Alt-Bundespräsident
Herbert Föttinger, Intendant, Regisseur 
Arno Geiger, Autor
Andrea Grill, Autorin 
Sabine Gruber, Autorin 
HK Gruber, Komponist, Dirigent, Chansonnier 
Petra Hartlieb, Autorin, Buchhändlerin
Harald Haslmayr, Musikwissenschafter 
Monika Helfer, Autorin 
Michael Heltau, Schauspieler, Chansonnier 
Markus Hengstschläger, Genetiker 
Miguel Herz-Kestranek, Schauspieler, Autor 
Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele 
Lisz Hirn, Philosophin
Paulus Hochgatterer, Autor
Philipp Hochmair. Schauspieler
Nina Hoppe, Kommunikationsberaterin
Vea Kaiser, Autorin
Felix Kammerer, Schauspieler
Christian Kircher, Kulturmanager
Michael Köhlmeier, Autor
Christian Kolonovits, Musiker, Komponist
Danny Krausz, Produzent
Sandra Kreisler, Schauspielerin, Diseuse 
Hartmut Krones, Musikwissenschaftler
Ludwig Laher, Autor 
Chris Lohner, Schauspielerin, Autorin
Helene Maimann, Autorin, Historikerin 
Michaela Masek, Gräzistin 
Robert Menasse, Autor
Siegfried Meryn, Mediziner 
Lydia Mischkulnig, Autorin 
Anna Mitgutsch, Autorin 
Ernst Molden, Liedermacher, Schriftsteller
Markus Müller, Rektor MedUni Wien
Stephan Müller, Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, Uni Wien 
Wolfgang Müller-Funk, Literatur- und Kulturwissenschaftler 
Olga Neuwirth, Komponistin
Georg Nigl, Sänger
Cornelius Obonya, Schauspieler, Regisseur 
Riki Pacik, Pädagogin i. R.
Markus Peichl, Medienunternehmer
Martin Prinz, Autor 
Carl Pruscha, Architekt 
Julya Rabinowich, Autorin 
Milo Rau, Regisseur, Intendant
Friedrich Rödler, Präsident des österreichischen Patentamtes a.D.
Universitätsrat der Universität Wien a.D.
Peter Rosei, Autor 
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren 
Robert Schindel, Autor 
Peter Schipka, Generalsekretär der österreichischen Bischofskonferenz
Eva Schlegel, Künstlerin 
Ferdinand Schmatz, Autor
August Schmölzer, Schauspieler und Autor 
Raoul Schrott, Autor 
Gregor Seberg, Schauspieler
Clemens J. Setz, Autor
Danuta Shanzer, Klassische Philologin, Universität Wien 
Heinz Sichrovsky, Journalist 
Hubert Sielecki, Animationsfilmer
Christiane Spiel, Professorin für Bildungspsychologie und Evaluation 
Kristina Sprenger, Schauspielerin
 Erwin Steinhauer, Schauspieler 
Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin
Günter Tolar, Kabarettist 
Peter Turrini, Autor
Vladimir Vertlib, Autor
Franz Vranitzky, Alt-Bundeskanzler
Peter Waterhouse, Autor, Übersetzer
Anna Weidenholzer, Autorin
Renate Welsh, Autorin
Lukas Weseslindtner, Mediziner 
Josef Winkler, Autor
Daniel Wisser, Autor 
Hartmut Wulfram, Klassischer Philologe, Universität Wien 
Herbert Zeman, Germanist
Christoph Zielinski, Mediziner

Warum ist das wichtig?

Latein ist kein Sprachunterricht, sondern steht für unser kulturelles Erbe und unsere kulturelle Identität. Es ist Basis für unser Denken - und fördert es mannigfaltig. Als Europäer:in und Österreicher:in  begegnet man Latein und Griechisch täglich: in Alltagsbegriffen (Gymnasium, Republik, Demokratie, Ministerium), in den unterschiedlichsten Bereichen und deren Fachbegriffen aber vor allem im Denken und Handeln (Logik) unserer Zivilisation.

Latein und KI sind nicht gegeneinander auszuspielen - Latein ist die Basis für die bestmögliche und einzigartige Weiterentwicklung einer modernen Zivilisation. Auch ein Wettbewerbsvorteil für den Standort Österreich - und Europa. 

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