Weil Kultur kein Algorithmus-Problem ist.
Wer heute als Künstler*in in Österreich sichtbar sein will, hat kaum eine Wahl: Instagram, YouTube, Spotify, TikTok. Das sind die Kanäle, über die Kunst ihr Publikum findet. Doch diese Plattformen wurden nicht für Kunst gebaut — sie wurden für Aufmerksamkeit gebaut. Für Klicks, für Verweildauer, für Werbeumsatz.
Das hat Konsequenzen, die wir alle spüren:
Ein Musiker aus Salzburg, der jahrelang an seinem Werk gearbeitet hat, konkurriert im selben Feed mit viralen Tanzvideos. Eine Galerie aus Graz, die eine Ausstellung ankündigt, zahlt, damit ihre eigenen Follower*innen den Post überhaupt sehen. Eine Filmemacherin aus Wien gibt ihre Gesichtsdaten, ihre Kontakte und ihre Inhalte an einen US-Konzern — weil es keine Alternative gibt.
Gleichzeitig fließen Millionen Euro Werbeeinnahmen, die in Österreich generiert werden, direkt zu Tech-Konzernen in Amerika. An die Kunstschaffenden, deren kreative Arbeit diese Plattformen erst attraktiv macht, geht davon nichts zurück.
Das ist kein Naturgesetz. Das ist eine politische Entscheidung — oder genauer: das Ergebnis einer unterlassenen Entscheidung.
Frankreich, die Niederlande und nordische Länder investieren seit Jahren in digitale Kulturinfrastruktur als öffentliches Gut. Österreich, das zu Recht stolz auf seine Kulturförderung ist, hat diesen Schritt noch nicht getan. Die physische Infrastruktur — Theater, Museen, Konzerthäuser — wird selbstverständlich öffentlich mitfinanziert. Die digitale nicht. Dabei ist der digitale Raum längst der primäre Raum, in dem Kultur entsteht, geteilt und erlebt wird.
Eine Alternative ist der Vorschlag für einen anderen Weg: eine österreichische Plattform für Kunst und Kultur, werbefrei, ohne Algorithmus, mit Servern in Österreich, nach den Regeln der DSGVO — und mit einem Modell, bei dem Geld direkt an die Künstler*innen fließt, nicht an Zwischenhändler.
Wir bitten nicht um Almosen für die Kunst. Wir fordern das, was selbstverständlich sein sollte: dass Österreich seine Kulturszene auch im digitalen Zeitalter trägt. Dass Künstler*innen einen Raum haben, der nach ihren Werten funktioniert. Und dass öffentliche Mittel dort eingesetzt werden, wo sie nachhaltig wirken — in einer Infrastruktur, die der Gemeinschaft gehört.
Unterstütze diese Petition — für eine Kulturpolitik, die im 21. Jahrhundert angekommen ist.