Skip to main content

An: Frau Bundesministerin Leonore Gewessler & Frau Landeshauptmannstellvertreterin Astrid Eisenkopf

Schützt unseren Wald!

Schützt unseren Wald!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Gewessler, sehr geehrte Frau Landeshauptmannstellvertreterin Eisenkopf,

1. Wir fordern, dass das Naturschutzgesetz auch im Wald uneingeschränkt Anwendung findet!

2. Wir fordern, dass das Forstgesetz angepasst wird an Artenschutz und Klimaschutz!

3. Wir fordern die rasche behördliche und juristische Aufarbeitung des Kahlschlags eines Auwaldes in Mattersburg/Grenze Forchtenstein und die Wiederherstellung der natürlichen Vegetation und Waldgesellschaft im Bereich dieses Kahlschlags.

Warum ist das wichtig?

1. Wir fordern, dass das Naturschutzgesetz auch im Wald uneingeschränkt Anwendung findet:

Allein in den letzten 30 Jahren hat sich die Anzahl der in Österreich lebenden Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere um 70% reduziert! (1)
Aufgrund dieses fortschreitenden Artenverlustes und aufgrund des Klimawandels müssen wir handeln! Wir müssen anders mit unseren natürlichen Ressourcen umgehen!
Wald ist Lebensraum vieler geschützter Arten.
Doch das Naturschutzgesetz zum Schutz dieser Arten ist im Wald extrem eingeschränkt und wird de facto nicht angewandt. (2)
Österreich hat zahlreiche internationale Übereinkommen zum Schutz der Natur abgeschlossen (3). Wir fordern, dass diese auch im Wald eingehalten werden.

2. Wir fordern, dass das Forstgesetz angepasst wird an Artenschutz und Klimaschutz!

* Wir fordern ein generelles Verbot von Kahlschlägen: Bei einem Kahlschlag werden ganze Waldabschnitte großflächig abgeholzt, sodass kein einziger Baum mehr übrigbleibt. Das hat dramatische Auswirkungen auf das Klima und die Umwelt: Kahlschläge zerstören nicht nur die oberirdische Artenvielfalt, sondern sie führen auch zu schweren Schädigungen der Böden und verändern das Mikroklima. Es kommt zum Verlust der Wasserrückhaltefähigkeit und des Kohlenstoffspeichers im Boden. (4)

* Wir fordern den gesetzlich kontrollierten und limitierten Einsatz von Harvestern:
Der Einsatz schwerer Maschinen wie Harvester führt nicht nur zu einer unmittelbaren Zerstörung von bodennahen Lebensräumen vieler geschützter Arten wie beispielsweise Amphibien und Reptilien, sondern verdichten auch den Untergrund und können ihn für Jahre unbewohnbar machen für Kleinstlebewesen, Pilze und Pflanzen.
Verdichtete Böden können Regenwasser weniger gut aufnehmen und speichern, somit geht die Funktion von Waldböden als wichtiger Wasserspeicher verloren. Die Gefahr von Hochwasser steigt. (4)

* Wir fordern, dass Waldarbeiten grundsätzlich nur im Winter durchgeführt werden dürfen, wenn Tiere ihre Reproduktionsphase beendet haben. Wenn der Waldboden gefroren ist, wird er durch schwere Maschinen auch weniger verdichtet und damit weniger beschädigt.

* Wir fordern den gesetzlichen Schutz natürlicher Mischwaldgesellschaften. Mischwälder sind als vielfältiger Lebensraum ökologisch wertvoller als Monokulturen. Sie mildern den Klimawandel, da sie länger und besser Kohlendioxid speichern. (5)

* Wir fordern den gesetzlichen Schutz von Quellen, Wasserläufen und Bächen im Waldgebiet als Lebensraum, Nahrungsquelle, Rückzugsraum und Ausbreitungskorridor für zahlreiche (geschützte) Tier- und Pflanzenarten. Auch viele für den Menschen wichtige Funktionen von Wasserlebensräumen, wie die Bereitstellung von ausreichend sauberem Trinkwasser, hängen vom intakten ökologischen Zustand dieser Lebensräume ab. (6)

* Wir fordern eine nachhaltige Forstwirtschaft, die im Einklang mit Naturschutz und Klimaschutz steht, und den Lebensraum von Tieren, Pflanzen und Pilzen berücksichtigt.

3. Wir fordern die rasche behördliche und juristische Aufarbeitung des Kahlschlags eines Auwaldes in Mattersburg/Grenze Forchtenstein (“Paradies”) und die Wiederherstellung der natürlichen Vegetation und Waldgesellschaft im Bereich dieses Kahlschlags.

Der Kahlschlag wurde mit Harvestern durchgeführt, wobei ohne jegliche Rücksicht auf Bachbegleitgewächse alles planiert wurde. Der Bach wurde mehrmals von Harvestern durchquert, so dass das natürliche Bachbett über mehr als 200 m Länge zerstört wurde.
Der geschlägerte Wald war ein ökologisch besonders wertvoller Auwald mit einer Vielfalt von schützenswerten Holzgewächsen wie Schwarzerlen, gesunde Eschen, Bergulmen und vielen anderen Arten. Es war Lebensraum vieler geschützter Tiere, wie etwaige Amphibien, Reptilien und Vögel, die auf der Roten Liste stehen. (7)
Wir sind entsetzt über diesen zerstörerischen Umgang mit unseren Wäldern und Gewässern!
Wir fordern die Wiederherstellung der ursprünglichen Auwaldgesellschaft am besagten Kahlschlag!

Wald ist unser aller Lebensraum.
Wald bindet CO2 und produziert Sauerstoff. Wald filtert (Fein-)Staub und Gase aus der Luft. Wald wirkt ausgleichend aufs Klima. Wald filtert und speichert Wasser. Wald schützt den Boden. Wald dient unserer Erholung.
Wir brauchen Wald zum Leben!

Unterschreiben Sie jetzt für den Schutz unseres Waldes!

Quellen:

1 https://science.orf.at/v2/stories/2948440/

2 §19 Burgenländisches Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrBgld&Gesetzesnummer=10000254

3 https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/naturschutz/naturschutzrecht

4 https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/waelder/waelder-deutschland/folgen-forstwirtschaft

5 https://www.wissenschaft.de/erde-umwelt/mischwaelder-sind-widerstandsfaehiger/

6 https://www.bundesforste.at/fileadmin/publikationen/brochueren/Quellen_Baeche.pdf

7 https://www.meinbezirk.at/mattersburg/c-lokales/zerstoererische-ausmasse-bei-einem-kahlschlag_a5564614

Wie die Unterschriften übergeben werden:

persönliche Übergabe

Kategorie

Neuigkeiten

2022-09-16 18:21:43 +0200

100 Unterschriften erreicht

2022-09-15 23:23:27 +0200

50 Unterschriften erreicht

2022-09-15 17:08:20 +0200

25 Unterschriften erreicht

2022-09-15 15:02:17 +0200

10 Unterschriften erreicht