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An: Bildungsminister Univ. Prof. Dr. Heinz Faßmann

Keine Ghettoklassen für jugendliche AsylwerberInnen

DIESE KAMPAGNE WURDE BEENDET:
Die Petition wurde gestartet, ehe Minister Faßmann seine Absichten bezüglich sogenannter Deutschförderklassen veröffenticht hat. Die am 22. Jänner präsentierten Vorhaben haben die Bedenken bezüglich einer deutlich nicht-egalitären Bildungspolitik nicht zerstreut, sondern konkretisiert. Detaillierte Einwände gegen die Pläne des Bildungsministeriums aus wissenschaftlicher Sicht sind unter https://www.univie.ac.at/germanistik/stellungnahme-bildungsprogramm-2017-2022-oesterreichische-bundesregierung/ nachzulesen.

Ich habe eine neue Petition: https://mein.aufstehn.at/petitions/gleiche-chancen-fur-alle-schulerinnen gestartet, die auf einzelne Punkte des "Bildungsprogramms" der Regierung eingeht.

Ich bedanke mich bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern und bitte all jene, die das noch nicht getan haben, die genannte aktualisierte Petition zu unterschreiben.
Kämpfen wir weiter für Demokratie, Menschenrechte und eine solidarische Gesellschaft!
Elisabeth Langer

Sehr geehrter Herr Bundesminister Universitätsprofessor Dr. Faßmann,

Die österreichische Bundesregierung plant neu in Österreich angekommene Kinder und Jugendliche mit anderen Erstsprachen ausschließlich in „Vorbereitungsklassen“ zu unterrichten, bis sie ein – bislang nicht definiertes – Niveau in der deutschen Unterrichtssprache erreicht haben. Dies soll überdies in den ebenfalls geplanten Sammelquartieren erfolgen, wo diese Kinder und Jugendlichen neben dem Unterricht mit der Zielsprache Deutsch praktisch nicht in Kontakt kämen.

Ein solches Vorgehen steht in deutlichem Gegensatz zu sämtlichen wissenschaftlichen Ergebnissen aus der Zweitsprachenerwerbsforschung und der Bildungswissenschaft. Dass eine solche Maßnahme nur dazu geeignet sein kann, den jugendlichen Neuankömmlingen die Integration in die österreichische Gesellschaft zu erschweren, legt darüber hinaus der gesunde Menschenverstand nahe.

Aus Sicht der einschlägigen Fachliteratur sieht eine erfolgversprechende Vorgangsweise so aus:

> Die Kinder und Jugendlichen werden von Beginn an in das österreichische Schulsystem integriert und erhalten Unterstützung bei der Erarbeitung des Lehrstoffs.
> Gleichzeitig erfolgt eine quantitativ und qualitativ intensive Sprachförderung durch speziell ausgebildete Lehrkräfte.
> Die Kinder und Jugendlichen erhalten Gelegenheit ihre Erst- und Familiensprachen weiter zu pflegen und zu entwickeln. Auf diese Weise haben sie nicht nur die Möglichkeit, an ihr Vorwissen anzuknüpfen, sie können gleichzeitig Kompetenz im Bereich metasprachlicher Kognition erwerben.

Sehr geehrter Herr Bildungsminister, zweifellos sind Ihnen diese evidenzbasierten Forschungsergebnisse nicht neu. Sie sind Universitätsprofessor und haben bei Ihrem Amtsantritt erklärt, Wissenschaftler bleiben zu wollen. Es ist daher Ihre Aufgabe zu erwirken, dass die oben skizzierten Richtlinien für die Integration von Kindern und Jugendlichen mit anderen Erstsprachen in das österreichische Schulsystem und Bildungswesen vollzogen werden.

Wir fordern Sie auf, nicht zuzulassen, dass Ghettoklassen in Sammelquartieren eingerichtet werden. Allen Kindern und Jugendlichen, die sich in Österreich aufhalten, die Chance zu geben, die für sie bestmögliche Schulbildung zu erwerben, ist eine sinnvolle und lohnende Investition in die Zukunft unseres Landes!

Mag. Dr. Elisabeth Langer
AHS-Professorin im Ruhestand

Warum ist das wichtig?

Die Bundesregierung plant im Bereich des Asylwesens und der Zuwanderung menschenverachtende Maßnahmen, die den Zweck verfolgen, die Spaltung der Gesellschaft voranzutreiben. Die einseitige Fixierung auf die Zielsprache Deutsch ist in der mehrsprachigen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht nur rückschrittlich, sondern - wahrscheinlich bewusst - dazu angetan, den Integrationswillen jener, die Aufnahme in unserem Land suchen, in Zweifel zu ziehen.


Ich habe unterzeichnet, weil...

  • Ich habe selbst mit Flüchtlingen Deutschkurse abgehalten. Wenn sie aber keine Gelegenheit haben, mit anderen Deutschsprachigen in Kontakt zu sein (weil in einem Ghetto nicht deutschsprachiger Flüchtlinge), gehen die erwaorbenen Kenntnisse leider sehr rasch wieder verloren. Daher ist es meiner Meinung nach wichtig, dass man Deutschkenntnisse nicht nur vermittelt, sondern dass diese dann auch "gelebt" werden können.
  • Ich habe unterzeichnet, weil es mir wichtig ist, dass die Jugendlichen integriert werden.

Neuigkeiten

2018-01-22 14:46:02 +0100

50 Unterschriften erreicht

2018-01-22 12:54:08 +0100

25 Unterschriften erreicht

2018-01-22 11:14:27 +0100

10 Unterschriften erreicht